Konferenz

Bicycle-Day 2020: Die psychedelische Renaissance
Die psychonautische Kultur kommt zurzeit in der Mitte der Gesellschaft an, wir werden Zeugen einer psychedelischen Renaissance. Ob in Forschung und Medizin, ob zum spirituellen Wachstum, zur rekreativen Verwendung oder zur Alltagsoptimierung: Psychedelische Substanzen und Bewusstseinszustände erfahren heutzutage einen neuen Stellenwert, der mit den alten Klischees kaum mehr etwas gemein hat. Dieser Entwicklung wollen wir entsprechen und anlässlich des 77. Jahrestags der Entdeckung der psychoaktiven Wirkung des LSD durch Albert Hofmann 2020 wiederum eine psychedelische Tagung veranstalten.

 

Was bisher geschah?
2018 veranstalteten die GaiaMedia-Stiftung, die SÄPT (Schweizerische Ärztegesellschaft für psycholytische Therapie) und der Nachtschatten Verlag am 19. April (Bicycle Day) bei Basel eine eintägige Konferenz «75 Jahre LSD» mit zahlreichen Referenten und Vorträgen aus der psychedelischen Kultur. Aufgrund des regen Interesses haben wir beschlossen, eine solche Tagung in unregelmässigen Abständen auszurichten, das nächste Mal am 18. April 2020.

 

Die Fortsetzung
Das Symposium findet wie 2018 im Hotel Hofmatt in Münchenstein bei Basel statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 350 begrenzt. Das Programm (Referate und Podiumsdiskussionen) wird in zwei Hauptstränge unterteilt: Zum einen wird die praktische Seite der psychedelischen Renaissance beleuchtet, weitere Beiträge sind den rechtlichen bzw. politischen Aspekten einer Re-Integration psychonautischer Lebensweise gewidmet.

 

Das Programm
Die Tagung wird mit einem einführenden Podium zur psychedelischen Renaissance eröffnet. Moderiert von der Ethnologin, Kunsthistorikerin und Schamanismusforscherin Claudia Müller-Ebeling, eröffnet Peter Gasser das Podium mit einem Impulsvortrag. Anschliessend kommen die weiteren Teilnehmer der Podiumsdiskussion zu Wort: Matthias Liechti (Universitätsspital Basel, stellvertretender Leiter der Abteilung für Klinische Pharmakologie und Toxikologie), Nana Nauwald (Künstlerin und Schamanismusforscherin) und Vanja Palmers (Gründer und Präsident der Stiftung Felsentor im schweizerischen Vitznau).

Der zweite Beitrag des Tages wird von der Journalistin und Buchautorin Anuschka Roshani gehalten. Sie berichtet über ihre eigenen Erfahrungen mit LSD und deren persönliche und gesellschaftliche Relevanz.

Im Dialogvortrag der Drogenforscher Torsten Passie und Markus Berger geht es um den derzeitigen Trend des Microdosings mit psychedelischen bzw. psychotropen Substanzen. Passie und Berger haben beide Bücher zum Thema publiziert und diskutieren über den Sinn und Zweck sowie über die Wirksamkeit der Applikation psychoaktiver Moleküle zur Alltagsoptimierung, Therapie und Rekreation. Das Publikum ist eingeladen, den beiden Experten Fragen zu stellen. Der Dialog wird moderiert von der Psychologin und Buchautorin Constanze Weigle.

Der erste Programmpunkt des Nachmittagsprogramms ist dem Lebenswerk von Stanislav Grof gewidmet. Nach einer kurzen Würdigung seines Schaffens führt Lucius Werthmüller mit dem Pionier der Bewusstseinsforschung ein Gespräch über seinen Lebens- und Berufsweg sowie über sein neustes Buch Der Weg des Psychonauten.

Im Anschluss wird Psychedelik-Forscher Milan Scheidegger von der ETH Zürich, Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich, über seine aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten mit Dimethyltryptamin (DMT) und Ayahuasca referieren.

Die Künstlerin und Schamanismusforscherin Nana Nauwald beleuchtet in ihrem Vortrag die Auswirkungen und auch die Schattenseiten der psychedelischen Renaissance für die indigenen Ethnien und erläutert, dass sich die Mode-Erscheinung des «schamanischen Tourismus» für manche betroffenen Kulturen nach einer spirituellen Ausbeutung anfühlt.

Der Hamburger Ethnopharmakologe und Bestseller-Autor Christian Rätsch geht in seinem Vortrag auf die gelebte psychedelische Kultur ein und erzählt aus dem Nähkästchen seines Erfahrungsschatzes aus vier Jahrzehnten ethnobotanischer Wissenschaft und Drogenforschung.

Im abschliessenden Podium mit dem Titel «Drogenpolitik: Legalisierung, Regulierung oder weiter warten?» diskutieren Brigitte Grof (psychologische Psychotherapeutin, Künstlerin), Markus Jann (Psychologe, Leiter Sektion Politische Grundlagen und Vollzug beim Schweizer Bundesamt für Gesundheit BAG), der Politiker Thomas Kessler (ehemaliger Drogendelegierter der Stadt Basel), und Verleger Roger Liggenstorfer (Nachtschatten Verlag) über ihre Visionen und Ideen für eine Drogenpolitik der Zukunft. Die Diskussion wird von Lucius Werthmüller geleitet.

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